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Im letzten Beitrag haben wir uns angesehen, wie wir die KI heutzutage im Bereich Content-Erstellung einordnen können. Dabei haben wir festgestellt, dass die KI viele Prozesse unterstützen kann, aber durch fehlende Verantwortung keinen Autor ersetzen kann. In diesem Beitrag möchte ich dir genauer aufzeigen, wie die KI die Erstellung von Content unterstützen kann.
Was dich in diesem Blogbeitrag erwartet:
- Vom Hype zur Praxis
- KI in der Ideenfindung
- Unterstützung in der Rohfassung
- Überarbeiten statt schreiben
- Wie Perspektiven erweitert werden
- Wo KI bewusst / wenig eingesetzt werden sollte
- Ein möglicher Workflow
- Fazit
- Und was ist mit AI Slop?
Vom Hype zur Praxis
In dem vorherigen Beitrag haben wir die KI eingeordnet, an welcher Position diese bei der Content-Erstellung steht. Kurz zusammengefasst: Sie ist kein Autor, keine eigenständige Instanz und ist kein Ersatz für redaktionelle Arbeit. Sie dient in dem Prozess lediglich als Werkzeug.
Die eigentliche Frage ist dabei: Wie nutzt du das Werkzeug und bringst KI sinnvoll in deine Arbeit ein?
Du solltest dir vor Augen halten, dass nicht die pure Existenz der KI darüber entscheidet, wie die Qualität deiner Arbeit aussehen wird, sondern wie du mit ihr umgehst. Unreflektiertes Arbeiten mit KI produziert schnell austauschbaren Content, bewusste Integration erzeugt effiziente Prozesse mit langfristigem Mehrwert.
Es geht also nicht darum, ob du KI verwenden solltest, sondern wie du das Werkzeug richtig einbindest.
KI in der Ideenfindung
KI lässt sich sehr sinnvoll in einer frühen Phase des Textes integrieren: in der Ideenfindung. Ist ein Thema noch unscharf / ungenau / schwammig? Benötigst du für den Text weitere Blickwinkel? Fehlt deinem Text die notwendige Strukturierung? (Zum letzten Teil habe ich bereits einen Beitrag verfasst, den findest du hier.)
Konkrete Beispiele dafür sind:
- Vorschläge für Unterthemen
- Interessante Fragen für Leser formulieren
- Argumentationen vorformulieren
- Mehrere Perspektiven vorstellen
- Textstrukturierungen vorbereiten
Dabei ist der entscheidende Punkt: Die KI ersetzt dabei nicht die Auswahl der zu behandelnden Themen, sondern unterstützt aktiv den Denkprozess. Es werden Vorschläge geliefert, aber keine Entscheidung über die Relevanz der einzelnen Themen getroffen. Besonders bei komplexen Themen kann KI einen guten ersten Überblick verschaffen, aber die Entscheidung über die Inhalte liegt bei dem Menschen.
Unterstützung in der Rohfassung
Einen weiteren Anwendungsbereich umfasst die Erstellung von Rohfassungen. Dabei kann KI helfen, Gedanken in eine erste Form zu bringen und eine grobe Struktur der Argumentationen zu erstellen. Diese Unterstützung kann bei informativen Texten, strukturierten Beiträgen (bspw. Blogbeiträgen wie diesem hier) oder weiteren wiederkehrenden Formaten Zeit sparen.
Bedenke dabei aber immer: Die KI-Rohfassung muss zuerst richtig eingeordnet werden. Selten handelt es sich dabei schon um ein fertiges Produkt. Achte dabei auf die folgenden typischen Schwächen:
- Wiederholungen
- oberflächliche Argumente
- Fehlende Tiefe des Themas
- Harmonische Aussagen
Um den eigentlichen Mehrwert aus den Rohfassungen herauszuholen, ist es wichtig, die Inhalte zu überarbeiten, in einen Kontext zu packen und inhaltlich das Thema auf einen Punkt zu bringen.
Überarbeiten statt schreiben
Der nächste, besonders sinnvolle Einsatzbereich der KI liegt im Überarbeiten von Inhalten. Dabei hast du unter anderem die folgenden Bereiche, in denen du diese einsetzen kannst:
- Straffen von langen Sätzen
- Alternative Formulierungen
- Glättung von Übergängen
- Reduzierung von Wiederholungen
- Sprachliche Vereinheitlichung des Inhalts
Genau diese Punkte ersparen in der Praxis häufig Zeit und verbessern für den Nutzer häufig die Lesbarkeit des Inhalts. Der Unterschied zum eigenständigen Schreiben ist dabei zentral: Der eigentliche Inhalt des Textes wird von der menschlichen Hand geführt. Die KI greift dabei nur auf sprachlicher Ebene ein
Beispiele für solche Tools sind:
Wie Perspektiven erweitert werden
In der Recherche kann die KI dich ebenfalls in einigen Teilbereichen unterstützen. Darunter fällt das Strukturieren von Themen, Bündelung von Informationen, Zusammenfassungen komplexer Inhalte und Gegenargumente. Insbesondere bei dem letzten Teilbereich lässt sich die Verbindung zu der Ideenfindung ziehen, bei welchem neue Blickwinkel aufgezeigt werden.
In welchen Fällen genau kann die künstliche Intelligenz hilfreich sein?
- bei Vorbereitungen von Argumentationen
- in umfangreichen Sachverhalten
- oder auch bei kontroversen Themen
Die KI kann zwar Informationen plausibel und verständlich darstellen, sie ist aber keine Quellenprüfung. Der Fakt, dass die Richtigkeit erst geprüft werden muss, sollte diese nicht als alleinige Informationsquelle genutzt werden. Nutze diese daher eher zur Nennung und Erweiterung von Denkprozessen.
Wo KI bewusst nicht / wenig eingesetzt werden sollte
Wir haben uns nun verschiedene Teilbereiche angesehen, in welchen die KI für uns hilfreich sein kann. Daher ist es nur fair, dass wir uns im nächsten Schritt ansehen, wo man sie eher nicht verwenden sollte. Das betrifft dabei besonders die folgenden Bereiche:
- Persönliche Erfahrungsberichte
- Meinungsartikeln mit klarer Haltung
- Sensible gesellschaftliche Themen
- Komplexe fachliche Argumentationen
Hier stehen Glaubwürdigkeit und Authentizität im Vordergrund, um seiner Haltung in einem Thema Gewicht zu verleihen. Eine KI, welche kein Empfinden und nur auf Wahrscheinlichkeiten basiert, kann keine solche Haltung darstellen. In solchen Fällen kann man mit ihr in einer groben Strukturierung arbeiten, die Feinheiten muss dabei der Mensch übernehmen. Er bringt die persönlichen Werte in die Inhalte ein und setzt Schwerpunkte.
Sensibel vs. Kontrovers
Hier möchte ich noch auf einen Punkt eingehen, welcher konträr erscheint: In diesem Absatz spreche ich davon, bei sensiblen Themen KI nicht einzusetzen, in dem vorherigen Absatz jedoch mit der KI bei kontroversen Themen zu arbeiten. Mein Gedanke zuerst war dabei, dass es sich regelrecht um ein Synonym handelt.
Als mir der Punkt aufgefallen ist, habe ich mich in die beiden Themen eingelesen. Bei sensiblen Themen (bspw. Tod, politische Themen) ist es häufig der Fall, dass diese Erinnerungen, persönliche Gefühle oder sogar Überreaktionen (Wut, Trauer etc.) hervorrufen können. Dabei gibt es also viele und vor allem fein abweichende Standpunkte, welche aber teils in einem Austausch nicht nachvollziehbar sein können und nicht bis wenig diskutierbar sind.
Kontroverse Themen beinhalten Streitfragen, in deren Debatte es mehrere nachvollziehbare Standpunkte gibt. Beispiele dafür sind unter anderem Abtreibung, Wahlalter mit 16 oder auch künstliche Intelligenz. Diese sind wesentlich weniger von persönlichen Gefühlen abhängig als sensible Themen. Außerdem können dabei objektive Argumente gegeneinander gewichtet und eine Lösung für Probleme gefunden werden.
Dabei können wir also bewusst sagen, dass bei sensiblen Themen aufgrund der fehlenden Wahrnehmung und Empfindung gegenüber den Themen selten KI eingesetzt werden sollte. Bei kontroversen Themen hingegen kann künstliche Intelligenz jedoch eine sinnvolle Struktur aufzeigen, Argumente vorbereiten und neue Blickwinkel in die Debatte einbringen.
Ein möglicher Workflow
An dieser Stelle möchte ich in die Praxis übergehen und einen sinnvollen Workflow vorschlagen, welcher die KI als zentralen Unterstützer beinhaltet.
1. Thema definieren und Ziel erklären
Zuerst solltest du dir als Autor die Frage stellen: Was ist der Grund für den Inhalt, den ich erstellen möchte?
Des Weiteren solltest du vorher festlegen, bevor du KI einsetzt:
- Welches Thema behandelt wird
- Welche Zielgruppe angesprochen werden soll
- Welches Ziel dein Inhalt verfolgt (bspw. Darstellung einer Meinung, informativer Text, Einordnung eines Sachverhalts)
- Welchen Umfang und Tiefe der Inhalt haben soll
Um nachhaltige Inhalte zu erstellen, ist es wichtig, diese strategischen Entscheidungen selbst zu treffen. Deine Inhalte sprechen eine spezifische Zielgruppe an und vertreten eine eigene Perspektive, welche du beibehalten möchtest. Andernfalls riskierst du einen Vertrauensbruch und eine Glaubwürdigkeit.
2. KI zur Strukturierung oder Ideenerweiterung nutzen
Du hast das Thema und die weiteren Schritte definiert? In diesem Schritt kann dir die künstliche Intelligenz nun dabei helfen, Denkprozesse, Strukturen und weitere Perspektiven aufzuzeigen. Einsatzmöglichkeiten dafür sind beispielsweise:
- Unterthemen identifizieren
- Verschiedene Perspektiven für das Thema sammeln
- Mögliche interessante Fragen für Leser formulieren
- Gliederungen und Strukturierungen für den Inhalt vorschlagen
3. Eigenständige inhaltliche Ausarbeitung
In diesem Schritt beginnt nun die eigentliche Arbeit an dem Inhalt. Hier geht es darum, den Inhalt präzise auszuarbeiten, Argumente in den Kontext zu bringen und Beispiele zu formulieren. Dabei ist deine eigenständige Arbeit unabdingbar. Hier kannst du persönliche Erfahrungen einbringen, komplexe Zusammenhänge besser erklären und Argumente authentisch darstellen.
In Blogartikeln wie diesem hier ist deine eigene Leistung zentral, da der Inhalt so erst seine (für den Leser) erkennbare Perspektive erhält. Wenn der Beitrag nur generische Formulierungen enthält, wird dein Leser das schnell merken und abspringen. Gibst du deine Argumente und Perspektiven authentisch und nachvollziehbar weiter? So bekommt deine Nutzer den Mehrwert, nach dem er sucht.
4. KI zur sprachlichen Optimierung einsetzen
Hierbei kann dir die KI helfen, deine Inhalte zu feinjustieren und Vorschläge für eine bessere Lesbarkeit zu machen. Beispiele dafür sind:
- Vereinfachen von langen oder komplexen Sätzen
- alternative Formulierungen
- Erstellen von Zwischenüberschriften / -Absätzen
- Reduzierung von Wiederholungen
- Verbessern von Übergängen zwischen Absätzen
Dabei solltest du darauf achten, dass die Kernaussage deines Inhalts weiterhin dieselbe ist. Es geht dabei nur darum, die Inhalte fassbarer und verständlicher zu gestalten.
5. Manuelle Qualitäts- und Plausibilitätsprüfung
Dieser Punkt ist unverzichtbar. Hast du einen Text mit KI erzeugt? Solltest du vor der Veröffentlichung sorgfältig auf Informationen prüfen? Gerade weil die Inhalte plausibel klingen, aber falsche Informationen enthalten können, hast du die Verantwortung, vor Veröffentlichung die Daten zu kontrollieren.
Zu diesem Punkt gehören unter anderem:
- Fakten sorgfältig prüfen
- Quellen prüfen
- Logik der Argumente checken
- Missverständnisse der Inhalte erkennen und beheben
- Sicherstellen, dass der Stil des Inhalts einheitlich ist
6. Bewusste Freigabe zur Veröffentlichung
Im letzten Schritt solltest du dir die Frage stellen: „Ist der Inhalt bereit für die Veröffentlichung?„
Dabei solltest du einen Bogen zum ersten Punkt des Workflows gehen und dich noch einmal fragen:
- Verfolgt der Inhalt weiterhin sein ursprüngliches Ziel?
- Sind alle Aussagen klar und nachvollziehbar?
- Passt der Inhalt zu den weiteren Inhalten auf meiner Webseite?
- Stehe ich persönlich hinter dem Inhalt?
Erst nachdem diese Fragen abschließend geklärt sind, sollte der Inhalt veröffentlicht werden. Wie du dabei erkennst, ist es kein Vorgang, den du automatisieren kannst, sondern bewusst und strukturiert durchführst.
Zusammenfassung
Der vorgeschlagene Workflow sorgt dafür, dass die KI die redaktionelle Arbeit nicht ersetzt, sondern bewusst als Werkzeug eingesetzt wird. Die Schritte sind bewusst und klar strukturiert. Der Mensch gibt dabei die Themen vor, trifft strategische Entscheidungen, prüft die Qualität der Arbeit und übernimmt die Verantwortung für den Inhalt.
Zusammenfassung für einen Vorschlag des Einsatzes von KI im Redaktions-Workflow
Fazit
Die künstliche Intelligenz kann die redaktionelle Arbeit effizienter gestalten, indem sie Denkprozesse beschleunigt, Strukturen liefert und auf sprachlicher Ebene unterstützt. Doch die Verantwortung und Erfahrung von Autoren können sie nicht ersetzen, weswegen der Mensch der entscheidende Faktor dabei ist.
Die Qualität der Inhalte entsteht nicht durch die Automatisierung, sondern durch bewusste Entscheidungen über die Inhalte. Wie werden die Argumente gewichtet? Welche Perspektiven werden aufgezeigt? Und viele weitere kleine Entscheidungen sorgen dafür, dass der Leser einen echten Mehrwert erhält.
Und was ist mit AI Slop?
An dieser Stelle möchte ich auch noch auf das Thema AI Slop eingehen, da es ein nicht zu unterschätzendes Problem ist. Was ist „AI Slop“ grundlegend? Dabei handelt es sich um massenhaften, minderwertigen, durch KI erstellten Inhalt. Der Fokus liegt dabei auf „massenhaft“ und „minderwertig“. Die Inhalte werden dabei durch LLMs (große Sprachmodelle wie ChatGPT) erstellt und in sozialen Medien hochgeladen.
Das Problem dabei: Die Inhalte werden unreflektiert in das Internet gegeben. Fehlender Mehrwert, keine menschliche Überprüfung und im schlimmsten Fall sogar Fehlinformationen sind die Konsequenzen davon.
Unter der Prämisse, wie AI Slop erstellt wird, kann ich die Argumentation verstehen, dass sich Autoren durch KI ersetzt fühlen. Auf der anderen Seite ist dieser Einsatz von KI regelrecht unethisch, da die „Ersteller“ von den Inhalten meist auf Aufrufzahlen und Werbeeinnahmen abzielen, also ein schnelles, simples Wachstum. Dass das kein nachhaltiges Konzept ist, muss hier nicht erwähnt werden.
Ich möchte hierbei noch zwei unglaublich gute Beiträge teilen, welche ich während meiner Recherche gelesen habe, die in das Thema noch wesentlich tiefer und genauer eingehen: einmal der Beitrag von moin.ai zu AI Slop als auch der Beitrag von Everlast AI zu AI Slop.
Willst du echten Mehrwert für deine Nutzer erreichen, reicht es also nicht aus, nur KI vom ersten bis zum letzten Schritt zu verwenden. Der bewusste Einsatz macht den Unterschied aus, deinen Inhalt zwischen originell oder austauschbar zu unterscheiden.

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